Fair Trade News und Informatonen zu Weltläden
Die Faire Woche, die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland, findet in diesem Jahr zum elften Mal statt. Vom 14. bis 28. September 2012 werden bundesweit wieder mehrere tausend Veranstaltungen zum Thema Fairer Handel stattfinden – angefangen von Produktverköstigungen über Faire Feste, Infoveranstaltungen bis hin zu Aktionen in Rathäusern, Schulen und Kindergärten. Und auch dieses Jahr ist Karlsruhe wieder aktiv mit dabei!
Zum vierten Mal schon beteiligt sich die Stadt Karlsruhe, die mittlerweile seit zwei Jahren Fair Trade Town ist, mit zahlreichen Aktivitäten an der Fairen Woche. Dabei ist in diesem Jahr der Aktionszeitrahmen für die Faire Woche in Karlsruhe bewusst länger gefasst (von Anfang September bis Ende Oktober). Die Organisatoren der Karlsruher Fairen Woche, das Agendabüro und der Weltladen Karlsruhe, wollten damit erreichen, dass mehr Veranstaltungen aufgenommen werden können, die inhaltlich zwar zur Fairen Woche gehören, aber nicht in den engen Zeitrahmen von zwei Wochen passen.
Mit fair gehandelten Produkten, die den Produzenten ein Auskommen ermöglichen, nimmt auch Gummersbach an der „Fairtrade-Kampagne“ teil – Grotenbach-Schülerin Nina Radzwill entwirft Logo.
Vor Ort den Bogen zu den Problemen in der Welt schlagen – das hat sich der Weltladen Gummersbach zum Ziel gesetzt. Und das versucht man mit der Marke „Fairtrade“ umzusetzen. Bauern in Afrika, Lateinamerika und Asien erhalten durch Fairtrade-Standards einen Mindestpreis für die gehandelten Produkte, der über dem jeweiligen Weltmarktpreis angesetzt ist. Damit soll den Produzenten ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel ermöglicht werden. Der Gummersbacher Rat beschloss im vergangenem Jahr bei dieser Aktion mitzuwirken und eine „Fairtrade Stadt“ zu werden.
Seitdem versucht man, die erforderlichen Kriterien zu erfüllen: Eine lokale Steuerungsgruppe wurde gebildet. In den Einzelhandelgeschäften werden gesiegelte Produkte aus fairem Handel angeboten und in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen Bildungsaktivitäten zum Thema „fairer Handel“ durchgeführt. Schließlich ist auch eine Berichterstattung in den örtlichen Medien vorgesehen.
In Gummersbach hat sich schon einiges getan. Immer mehr Kirchen, Einzelhändler und weitere Organisationen bieten fair gehandelte Produkte an oder setzten sich wenigstens mit dem Thema auseinander. Dazu zählt auch das städtische Gymnasium Grotenbach. So hat die Gymnasiastin Nina Radzwill ein Logo extra für die Fair-Trade-Kampagne erstellt. Von zehn Entwürfen aus zwei Jahrgängen gewann sie eine Auszeichnung der Fair Trade Steuerungsgruppe und wurde auch vom stellvertretenden Gummersbacher Bürgermeister Jürgen Marquardt gewürdigt. „Mit Fairtrade schaffen wir ein Stückchen mehr Gerechtigkeit auf der Welt“, so Ingrid Dreher, 1. Vorsitzende des Weltladens in Gummersbach. Fairtrade-Produkte bekommen Interessenten zum Beispiel in Derschlag beim Café Müller, der Holländer Diele, in der Mensa an der Fachhochschule, im Grotenbach-Gymnasium und natürlichen in den Weltläden in Gummersbach und Derschlag.
Statt zum 15-jährigen Bestehen des Weltladens eine einzelne Feier auszurichten, haben sich die Verantwortlichen entschlossen, jeden Monat eine besondere Aktion anzubieten. Los geht’s am Samstag mit einem Rabatt auf Kunsthandwerksartikel. Die Kunden haben die Wahl zwischen Bambusschalen, Schmuck und Taschen. Dischler sagt: „Lebensmittel sind die Grundlage des Weltladens, aber das Hauptaugenmerk liegt auf dem Handwerk.“
Es sind „die Länder des Südens“, aus denen die Ware im Weltladen Schwabmünchen kommt, sagt die Vorstandsmitglied Ingrid Küchle. Produkte aus dem Kunsthandwerk würden meist aus Asien kommen, viele Produkte stammen aus Süd- und Mittelamerika, Asien ist laut Dischler nicht so stark vertreten. Das liege aber an der politischen Situation und sei keine bewusste Entscheidung der Einkäufer des Weltladens.
Quelle: augsburger-allgemeine.de
Seit 27 Jahren gibt es im Langenzenner Weltladen Caracol Produkte des „Fairen Handels“. 2004 haben die Initiatoren für den Verkauf eigens den Verein „Aktion Weltpartner Caracol“ gegründet. Ein bisschen versteckt war dessen Laden in der Klosterstraße aber schon. Zu klein, zu weit ab vom Schuss, so befanden die Vereinsmitglieder mit ihrem Vorstand Jürgen Oppel. Nun klappte der Umzug in die Rosenstraße 5. Am Samstag, 10. März, ist die offizielle Eröffnung des Langenzenner Werladen Caracol.
Jürgen Oppel strahlt. Der neue „Weltladen Caracol“, benannt nach einer alten Maya- Stätte in Mittelamerika, ist schön geworden. Hell und freundlich mit einer großen Fensterfront präsentiert sich das Geschäft in den neuen Räumen.
Mit 55 Quadratmetern Verkaufsfläche und einem großzügigen Lager ist der „Weltladen Caracol“ doppelt so groß wie zuvor. Ein Besuch dort ist wie eine Entdeckungsreise: Aromatischer Kaffee, exquisite Schokoladen, schöne Geschenkartikel wie Keramik, Schmuck und Körperpflegemittel. Das Sortiment ist umfangreich und zeitgemäß.
„Die Produkte sind im Design längst weg vom Öko-Look“, findet Vereinsmitglied Cornelia Steuer und zeigt auf eine chice Ledertasche. die in Indien gefertigt wurde. Auch sie ist glücklich über den neuen Standort. „Wir haben jetzt mehr Laufkundschaft. Jetzt kommen auch Menschen zu uns, die gar nicht wussten, dass es einen Weltladen in Langenzenn gibt.“ Und es gibt noch mehr zu entdecken: Die Produkte im Weltladen sind nicht nur von besonderer Qualität — sie sind zugleich ein kleines Stück Weltpolitik.
In Langenzenn engagieren sich rund 20 ehrenamtliche Helfer (es werden noch weitere gesucht) für den Weltladen Caracol. Gut 55000 Euro Umsatz jährlich erwirtschaftete das Team bisher und hofft, dies mit der neuen Präsentation der Waren und dem umfangreicheren Sortiment steigern zu können. „Wir sind guter Dinge, dass wir auf jeden Fall kostendeckend wirtschaften können“, zeigt sich Jürgen Oppel zuversichtlich.
Eine glückliche Fügung ist für ihn die Bewerbung der Stadt Langenzenn für das Siegel „FairTradeTown“, das Mitte des Jahres verliehen werden soll. „Durch das Zertifikat erhoffen wir uns als Weltladen Caracol eine größere Akzeptanz bei den Bürgern, weil wir die Idee des fairen Handels auf mehreren Schienen der Öffentlichkeit zugänglich machen können“, erklärt Cornelia Steuer.
Quelle: nordbayern.de